Statement von Holger Kimmes,
Vorstand Personal und Arbeitsdirektor
der Adam Opel AG,

zur Eröffnung der Ausstellung „Träume des Adam“,
von Hans Diebschlag
am 14. April 2011

Es gilt das gesprochene Wort

Verehrte Gäste,
meine Damen und Herren,

herzlich willkommen hier in der Werkshalle A1 zur Eröffnung der Ausstellung „Träume des Adam“ mit Werken von Hans Diebschlag, den ich besonders herzlich begrüße.

Die fulminante Resonanz auf unsere Einladung ist ganz sicher in erster Linie ein Ausdruck der größten Wertschätzung für unseren Künstler. Wenn aber auch ein Stück Interesse an Opel dabei mitschwingt – schließlich konzentrieren sich die Bilder, die wir heute präsentieren, ja ganz auf Opel -, dann freue ich mich umso mehr, dass ich diese Ausstellung mit Ihnen gemeinsam eröffnen kann.

Derart spannende Ereignisse stehen wirklich nicht alle Tage in meinem Terminkalender.

Schön auch, dass wir diese Vernissage an historischer Stätte begehen können: In der Werkshalle A1 wurden früher Automobilkomponenten hergestellt; seit geraumer Weile allerdings hat dieser Teil des Gebäudeensembles rund um das historische Opel-Hauptportal eine neue Bestimmung gefunden: es ist zur Bühne für die verschiedensten Ausstellungen und für Konzerte der renommierten Rüsselsheimer Jazzfabrik geworden.

Da frage ich Sie: Was kann einem ehrwürdigen Gebäude besseres passieren?

Und mit dieser neuen Bestimmung ist hier quasi in der Mitte der Heimatstadt von Opel eine Plattform für die Kommunikation entstanden; Kommunikation der Menschen untereinander aber auch der Kommunikation von Opel mit seinem sozialen Umfeld.

Wegen diesem Aspekt befassen wir bei Opel uns ja überhaupt mit dem breiten Spektrum der Kunst und Kultur. Wo wir dies sinnvoll können, leisten wir vor allem hier, an unserem Gründungsstandort, einen Beitrag zur aktiven Gestaltung und Weiterentwicklung des kulturellen Lebens in dieser Stadt.

Wir tun dies, weil wir wissen, dass wir so mit vielen Menschen ins Gespräch kommen können. Und, weil sich auf diese Weise die kreative Auseinandersetzung mit neuen Perspektiven vermitteln lässt.

Das gilt auch für neue Sichtweisen auf die Marke Opel, die wieder auf gutem Wege ist, auf ihren angestammten Platz in der Spitze der deutschen Automobilindustrie zurückzukehren.

Neben der fortschrittlichen Technik attestieren unsere Kunden uns wieder besondere Kompetenz im Design unserer Automobile. Und Sie werden es mir nachsehen, dass ich da auch gerne die Verknüpfung zwischen unserem kulturellen Engagement und der Arbeit hier im Technischen Entwicklungs- und Design-Zentrum herstellen möchte.

Für unsere Designer ist es natürlich eine besondere Anerkennung, wenn ihre Arbeit zum Beispiel in einschlägigen Medien oder durch Designpreise gewürdigt wird. Umso mehr als sie die Wirklichkeit
bei ihrer Arbeit nicht aus den Augen verlieren dürfen.

Das ist unsere Herausforderung: praktischen Nutzen mit, sagen wir: künstlerischem oder ästhetischem Anspruch sinnvoll zu verbinden.

Da hat es die Kunst vielleicht ein wenig besser: Alltagstauglichkeit ist nicht die oberste Priorität, Kunst darf träumen. Kunstwerke sind in aller Regel Objekte der Betrachtung, lassen uns Raum zur eigenen Interpretation und machen dadurch unseren Alltag ein Stück abwechslungsreicher, vielleicht auch erträglicher.

Anders als in der Kunst reicht es in unserer Branche aber nicht, etwas besonders Schönes, Ausgefallenes oder Provokatives zu erschaffen.
Die Kunst unserer Designer orientiert sich an Kundenerwartungen, dient aber auch dazu, das Image der Marke positiv weiter zu entwickeln und die Richtung zu zeigen, wie die Mobilität der Zukunft aussehen kann.

Vielleicht lassen Sie sich von diesen eher allgemeinen Betrachtungen in Ihrer nächsten Begegnung mit Opel inspirieren, meine Damen und Herren.

Im Anschluss an mein Willkommen werden Ihnen
die Kuratorin unserer Ausstellung, Dagmar Eichhorn, und der Kulturwissenschaftler Jörg Scheller
die Begegnung mit der Kunst von Hans Diebschlag und seinem Bilderzyklus einer poetischen Werbung
erleichtern.
Beide sind Berufene in Sachen Kunst –
vor allem wenn es um das Werk von Hans Diebschlag geht.

Ich selbst begegne der Kunst von Hans Diebschlag fast jeden Tag, denn es gehört zu den Privilegien meiner Position im Unternehmen, dass ich in einem Büro arbeiten darf, das mit einem Original des Künstlers dekoriert ist.

Mein Vorgänger als Personalvorstand, Norbert Küpper, hat es von Hans Diebschlag im Rahmen einer früheren Ausstellung erworben.

Das Ölgemälde stellt eine leere, fast unwirkliche Werkshalle dar, durch deren mittig angeordnetes Oberlicht diffuses Licht das stählerne Gerippe im Innenraum des dargestellten Gebäudes erhellt.
Mich erinnern die aneinandergereihten Stahlsäulen schon ein wenig an das Mittel- und die Seitenschiffe einer Kirche.

Auch die Farben passen zu diesem Vergleich: sie wechseln zwischen einem warmen Gelbgrün und dem kalten Blau der Schattenzonen.

Im Vordergrund ist ein Schreibtisch mit Telefon, klassischer Tischlampe und hölzernem Ablagekörbchen platziert, an dem ein einsamer Mann mit Krawatte und Hosenträgern Dokumente bearbeitet.

Hans Diebschlag schrieb damals, dass das Bild das erste aus einem Zyklus sei, mit dem er Rüsselsheimer Originale porträtiere, also Menschen – ich zitiere -, die „stadtbekannt ihr eigenes Leben führen und von denen oft lächelnd Anekdoten erzählt werden“.

Ich weiß zwar nicht, welche Anekdoten später einmal über mich erzählt werden, aber die über „Herrn B.“, so lautet der Titel des Gemäldes, hat mich überrascht.
Er tut so, als ob seine längst geschlossene Fabrik noch in Betrieb sei, „arbeitet“ täglich an seinem Schreibtisch, spricht von ehemaligen Arbeitskollegen, als ob sie noch bei ihm seien, lebt in einer Traumwelt.

Da kann ich nur sagen: Gut, dass das Bild nicht „Herr K.“ heißt…

Träume, verehrte Gäste, sind auch der rote Faden der Ausstellung, die wir heute eröffnen. Sie lassen jedem von uns die Freiheit, auf unsere ganz persönliche Art und Weise an die hier gezeigten Werke von Hans Diebschlag heranzugehen, sie individuell und unterschiedlich wahrzunehmen.
Wir können uns eine Meinung bilden über den Künstler und seine Arbeiten. Mit Hans Diebschlag selbst und den Experten Dagmar Eichhorn und Jörg Scheller haben wir darüber hinaus die besten Sparringspartner für einen angeregten Meinungsaustausch.

An dem beteiligen sich auch eine ganze Reihe von Kollegen aus der Welt von Opel; zwei möchte ich herausheben: Nick Reilly, den Präsidenten von General Motors Europa und neuen Vorsitzenden des Opel-Aufsichtsrates, sowie seinen Stellvertreter in diesem Amt, Klaus Franz, der auch Vorsitzender des europäischen Arbeitnehmerforums und Gesamtbetriebsratsvorsitzender von Opel ist.

Ich bin mir also sicher, dass wir einen spannenden Abend mit vielen Gesprächen erleben werden.

Nochmals herzlich willkommen bei Opel!

 

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Dagmar Eichhorn | Diplom-Soziologin, Robert-Bosch-Straße 4, D-65428 Rüsselsheim

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